"Fill your paper with the breathings of your heart"

Da lag ich also in meinem Bett. Seit Monaten kaum in der Lage aufzustehen. Wie um Himmels Willen war ich hier gelandet? Zu schwach, um allein zu duschen oder mal fünf Minuten spazieren zu gehen. Am Anfang konnte ich meine neue Situation nicht akzeptieren, kämpfte verzweifelt dagegen an und wollte einfach nur mein altes Leben zurück. Am besten sofort! Aber je mehr ich kämpfte und je mehr Druck ich mir machte, desto schlechter ging es mir. Eines Tages habe ich verstanden, dass mich das wohl nicht weiterbringen wird. Weil es mir aber trotz aller Medikamente nicht besser ging, begann ich zu recherchieren. Stundenlang las ich in meinem Bett auf meinem kleinen Handybildschirm über Lupus und vor allem über Heilung – nicht nur auf körperlicher, sondern auch auf seelischer Ebene. Und ich merkte, dass dieser ganzheitliche Ansatz für mich genau der richtige Weg ist. In dieser für mich sehr intensiven Zeit blendete ich alles andere aus. Ich lebte wie ein Eremit, komplett zurückgezogen. Ich probierte alles Mögliche aus, um ein bisschen fitter zu werden. Und vieles wurde mir plötzlich klar: Die letzten Jahre hatte ich nonstop unter Stress gestanden, mich ignoriert und nicht wahrgenommen. Ich musste erst einmal wieder zu mir selbst finden und dieses Mädchen von Grund auf verstehen, kennen- und vor allem lieben lernen. Während dieses Prozesses wurde ein Gedanke immer lauter: Ich muss meine Geschichte aufschreiben! Um meine persönlichen Erfahrungen zu verarbeiten, aber vor allem auch um anderen Betroffenen helfen zu können. An meinen guten Tagen schrieb ich, erst einmal nur für mich. Ich sprach mit vielen Menschen: Ärzten, Coaches, Ernährungsberaterinnen usw. Irgendwann erzählte ich meiner Familie und meiner Freundin von meinem Projekt. Die grobe Gliederung und der Name standen zu diesem Zeitpunkt bereits. Nach und nach entwickelte sich ein Gesamtkonzept, welches ich jeden Tag mehr liebte, weil es mich widerspiegelt. Heute kann ich sagen, dass die Arbeit an meinem Buch für mich ein ganz wichtiger Schritt auf meinem Weg zur Heilung war. Ich freue mich sehr, das mit dir zu teilen. 

Leseprobe aus meinem Buch "Miss Sunshine & der böse Wolf"

Hey, it`s me, Miss Sunshine! Ich möchte dich gerne auf meine persönliche Reise mitnehmen. Ich habe den bösen Wolf getroffen und er und ich haben einige Kämpfe ausgefochten. Über eine sehr lange Zeit habe ich viele Federn gelassen. Das war die schlimmste und gleichzeitig beste Reise meines Lebens, mit der Person, die am wichtigsten für mich geworden ist: ICH. Das hatte ich viele Jahre lang vergessen. Aber von vorn: Warum eigentlich „Miss Sunshine“? Ich habe in meinem Leben immer wieder gehört: „Du strahlst wie die Sonne“, „Du bist so optimistisch“ – auch während der akuten Krankheitsphase. Oberflächlich gesehen war das auch immer so und dieses Bild von mir hat mir sehr gut gefallen. Die starke Optimistin, die alles im Griff hat, die die Kontrolle nie verliert, die rundum zufrieden und glücklich ist. Das entsprach aber nie so richtig der Wahrheit. In meinem Inneren sah es oft ganz anders aus. Die letzten Jahre habe ich mich immer leerer und ausgelaugter gefühlt, egal, wie gut es von außen betrachtet lief. Ich hatte immer das Gefühl, dass in mir irgendetwas fehlt, um wirklich glücklich zu sein. Alles hat sich unglaublich schwer und anstrengend angefühlt. Aber ich dachte: Wenn ich mich nur mehr anstrenge, dann bin ich bestimmt glücklich. Wenn ich noch ein bisschen abnehme, bin ich bestimmt glücklich. Wenn ich mehr Geld verdiene, bin ich bestimmt glücklich. Meine persönliche „WENN ICH…“ Aufstellung war erschreckend lang. Auf dieser Suche nach dem Glück war ich eigentlich schon immer. Aber was sucht man da genau und wo? Etwas, das erfüllt, komplett macht, uns ankommen lässt? Uns besonders fühlen lässt?…“